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HubSpot 20. Oktober 2026 · 7 Min Lesezeit

HubSpot Portability: Assets zwischen Accounts kopieren

Auf den Punkt
  • Portability kopiert Workflows, Formulare, automatisierte E-Mails und Segmente zwischen HubSpot-Accounts, Partner zusätzlich Agenten-Vorlagen und Custom Objects.
  • Zwei Wege: Partner-Portability für Kundenaccounts und Multi-Account-Management mit Enterprise-Hauptaccount und bis zu 30 Accounts.
  • CRM-Daten werden nicht übertragen, Kopien laufen ohne Synchronisierung auseinander, und das Feature ist noch Beta.

HubSpot Portability ist die neue Möglichkeit, fertige Assets wie Workflows, Formulare, automatisierte Marketing-E-Mails, Segmente und Agenten von einem HubSpot-Account in einen anderen zu kopieren, ohne sie dort von Hand nachzubauen. HubSpot hat die Funktion im Fall 2026 Spotlight mit dem Satz „Move HubSpot assets between portals“ vorgestellt. Sie ist noch als Beta gekennzeichnet und kommt in zwei Varianten: für Partner, die Vorlagen in Kundenaccounts ausrollen, und für Unternehmen mit mehreren eigenen Accounts im Multi-Account-Management.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, löst aber eines der hartnäckigsten Ärgernisse in HubSpot. Bisher gab es für Workflows und Formulare schlicht keinen nativen Weg in einen anderen Account. Wer eine Konzernstruktur mit mehreren Portalen betreut oder als Agentur dieselbe Lead-Nurturing-Strecke bei zehn Kunden aufbaut, hat jeden Workflow Schritt für Schritt nachgeklickt oder zu Drittanbieter-Tools gegriffen.

Welche Assets lassen sich mit HubSpot Portability zwischen Accounts kopieren?

Die kurze Antwort: Workflows, Formulare, automatisierte Marketing-E-Mails und Segmente in beiden Varianten. Im Partner-Weg kommen zusätzlich Agenten-Vorlagen und Custom Objects dazu. Im Detail, so wie HubSpot es in der Knowledge Base beschreibt:

  • Workflows: kopierbar, im Partner-Weg allerdings nur Workflows, die nicht im Agent Hub erstellt wurden.
  • Formulare: Name und Felder. Die eingesammelten Daten bleiben im Quellaccount.
  • Marketing-E-Mails: nur automatisierte E-Mails samt Inhalt. Klassische Einmal-Versendungen gehören nicht dazu, und Einstellungen wie ein eigener Abonnementtyp müssen im Zielaccount von Hand gesetzt werden.
  • Segmente (früher Listen): Name und Filterkriterien, nicht die enthaltenen Datensätze.
  • Agenten (nur Partner): Custom-Agent-Vorlagen mit Ziel, Aktionen und Input.
  • Custom Objects (nur Partner): das Objekt selbst inklusive seiner Custom Properties.

Was ausdrücklich nicht dazugehört: CRM-Datensätze. Kontakte, Unternehmen, Deals und Formulareinsendungen bewegt Portability nicht. Wer Daten zwischen Accounts verschieben will, steht weiterhin vor einer klassischen Migration, mit allen typischen Fehlerquellen einer CRM-Datenmigration. Portability kopiert die Maschine, nicht den Inhalt, der durch sie läuft.

Zwei Wege: Partner-Portability und Multi-Account-Management

HubSpot verwendet den Begriff Portability für zwei technisch ähnliche, organisatorisch aber sehr unterschiedliche Szenarien. Die Voraussetzungen unterscheiden sich deutlich.

Partner-Portability richtet sich an Agenturen und Lösungspartner. Sie bauen Assets im eigenen Partner-Account und kopieren sie in Kundenaccounts. Voraussetzungen laut HubSpot: ein Partner-Account, Partner-Admin-Rechte im jeweiligen Kundenaccount, kein Contractor-Status im Partner-Account, und Partner und Kunde müssen in derselben Datenregion liegen. Außerdem muss man das Asset besitzen oder die Rechte daran haben. Ein Super Admin muss den Account für die Beta freischalten. Der Kopiervorgang startet im Client Access Manager über „Copy assets“, und jede Kopie landet in einer Historie mit Anzahl, ausführender Person, Zeitpunkt und Status.

Multi-Account-Management ist für Unternehmen gedacht, die selbst mehrere HubSpot-Accounts betreiben, etwa eine Holding mit Tochtergesellschaften. Der Hauptaccount, in dem die Organisation angelegt wird, braucht ein Enterprise-Abo. Jeder verbundene Account braucht mindestens Professional, Free-Accounts müssen vorher upgraden. Bis zu 29 weitere Accounts lassen sich verbinden, also 30 insgesamt. Für das Kopieren sind Super-Admin-Rechte in Quell- und Zielaccount nötig. Gestartet wird entweder zentral unter Einstellungen, Organization Management, Multi-Account im Tab „Asset Copying“ oder direkt aus der Übersicht von Workflows, Formularen, E-Mails oder Segmenten über „Copy to another account“.

Gerade der zweite Weg ist interessant für Unternehmen nach Zukäufen. Wer nach einer Übernahme nicht sofort alle Accounts zusammenlegen will, kann mit Multi-Account-Management erst einmal Prozesse angleichen und später entscheiden. Welche Fragen bei einer echten Zusammenlegung anstehen, habe ich in der Checkliste zur CRM-Konsolidierung nach M&A zusammengefasst.

Wie HubSpot mit Abhängigkeiten umgeht

Der eigentlich schwierige Teil beim Kopieren sind nicht die Assets selbst, sondern ihre Verknüpfungen. Ein Workflow, der Kontakte anhand einer Formulareinsendung einschreibt, ist ohne dieses Formular wertlos. HubSpot löst das im Partner-Weg so, dass alle Abhängigkeiten mitkopiert werden müssen und verbundene Assets automatisch in die Auswahl rutschen. Vor dem Start zeigt ein eigener Schritt Konflikte an, etwa wenn dem Kundenaccount eine Funktion fehlt, die das Asset voraussetzt.

Im Multi-Account-Weg legt HubSpot fehlende Custom Properties im Zielaccount automatisch an und zeigt vorher die Anzahl. Das ist praktisch, hat aber eine Nebenwirkung, die man ernst nehmen sollte. Wer im Zielaccount ein sauber gepflegtes Datenmodell hat, bekommt so unter Umständen Properties, die es dort inhaltlich schon unter anderem Namen gibt. Ein kurzer Blick auf die Liste vor dem Klick auf „Start copy“ spart später Aufräumarbeit.

Wo die Grenzen liegen

„Build once and deploy everywhere“ schreibt HubSpot im Spotlight. Das ist Marketing-Sprache, und in der Praxis gibt es ein paar Einschränkungen, die man vor dem Rollout kennen sollte.

Kopien laufen auseinander. Laut Knowledge Base ist ein kopiertes Asset danach vollständig unabhängig vom Original. Es gibt keine Synchronisierung. Wer eine Vorlage verbessert, muss sie erneut in jeden Zielaccount kopieren, und bereits angepasste Kopien werden dabei nicht zusammengeführt. Für Agenturen mit vielen Kunden ist das der wichtigste Punkt: Portability ersetzt kein Template-Management, es macht nur den Transport schneller.

Es ist eine Beta. Funktionsumfang und Voraussetzungen können sich noch ändern. Beide Knowledge-Base-Artikel wurden zuletzt Ende September beziehungsweise Anfang Oktober 2026 aktualisiert, das Feature ist also in Bewegung. Prozesse, die geschäftskritisch sind, würde ich nicht ohne Testlauf darauf aufbauen.

Kein Testlauf in der Sandbox. Multi-Account-Management lässt sich laut HubSpot weder in Sandbox- noch in Testaccounts einrichten. Der erste Versuch passiert also zwangsläufig in echten Accounts. Ich würde dafür bewusst ein unkritisches Asset nehmen, etwa einen internen Benachrichtigungs-Workflow, und erst danach Lead-Routing oder Lifecycle-Logik kopieren.

Regionen und Kosten. Im Partner-Weg müssen beide Accounts in derselben Datenregion liegen. Ein Kunde mit EU-Hosting lässt sich also nicht aus einem US-Partner-Account bespielen. Und der Multi-Account-Weg setzt einen Enterprise-Account voraus, was je nach Ausgangslage einen deutlichen Sprung bei den HubSpot-Lizenzkosten bedeutet.

Für wen sich Portability lohnt

Am meisten profitieren zwei Gruppen. Erstens Agenturen und Freelancer, die wiederkehrende Bausteine bei vielen Kunden einrichten: Onboarding-Strecken, Lead-Qualifizierung, Formular-Standards. Hier spart Portability echte Projektstunden, vorausgesetzt, die Vorlagen sind sauber und unternehmensneutral benannt. Zweitens Unternehmensgruppen mit mehreren eigenen Accounts, die Standards zentral entwickeln und an Länder- oder Tochtergesellschaften verteilen wollen.

Weniger relevant ist das Feature für Unternehmen mit genau einem Account. Für die Entwicklung und das Testen von Änderungen innerhalb eines Accounts bleiben Sandboxes das richtige Werkzeug. Wer sich für die technische Seite der übrigen Herbst-Neuerungen interessiert, findet eine Übersicht in meinem Artikel zum Fall 2026 Spotlight für Entwickler.

Mein Rat für den Einstieg: Vor dem ersten Kopiervorgang eine Namenskonvention mit Versionsnummer für Vorlagen festlegen, Abhängigkeiten pro Asset dokumentieren und die Kopierhistorie regelmäßig prüfen. Dann wird aus einer Beta-Funktion ein verlässlicher Teil des Betriebs, statt einer Quelle für leise auseinanderlaufende Workflows.

Häufig gestellte Fragen

Werden beim Kopieren auch Kontakte oder Formulareinsendungen übertragen?

Nein. Bei Formularen werden laut HubSpot nur Name und Felder kopiert, nicht die gesammelten Daten. Bei Segmenten wandert nur die Definition, nicht die enthaltenen CRM-Datensätze. Portability ist ein Werkzeug für Konfiguration, keine Datenmigration.

Bleibt die Kopie mit dem Original verbunden?

Nein. Eine kopierte Ressource ist danach unabhängig vom Original. Ändert sich das Original, muss es erneut kopiert werden. Wer Vorlagen pflegt, braucht deshalb eine eigene Versionierung, zum Beispiel über eine Versionsnummer im Asset-Namen.

Kann ich Portability in einer Sandbox testen?

Für den Multi-Account-Weg nein: Laut HubSpot lässt sich Multi-Account-Management weder in Sandbox- noch in Testaccounts einrichten. Den ersten Testlauf sollte man deshalb mit unkritischen Assets in einem echten, verbundenen Account machen.

Was passiert mit Custom Properties, die im Zielaccount fehlen?

Im Multi-Account-Weg legt HubSpot fehlende Custom Properties beim Kopieren im Zielaccount an und zeigt vorher an, wie viele es werden. Das ist bequem, kann aber ein gepflegtes Datenmodell im Zielaccount verwässern. Die Liste vor dem Start also genau prüfen.

Tim Michaelis
Tim Michaelis

Freelance Data & Integration Specialist — HubSpot, Salesforce, CRM-Architektur

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